Finanzielles Polster für die Bestattung - die Sterbegeldversicherung
Von Michael Lorenz (ML)Viele Menschen möchten für ihren Tod finanziell vorsorgen, damit Erben oder sonstige Angehörige nicht auf den Kosten für die Beerdigung sitzen bleiben. Etwa 5.000 bis 6.000 Euro fallen für eine Bestattung an, die ständige Grabpflege nicht mit eingeerechnet. Wer sicherstellen möchte, dass im Falles seines Todes alles nach seinen Wünschen abläuft, sollte also einen entsprechenden Betrag zurücklegen. Gerade einkommensschwache, nahe Angehörige lassen sich über diesen Weg entlasten, da sie sonst verpflichtet wären, die Beerdigung zu bezahlen. Zu diesem Zweck bieten Versicherer die sogenannte Sterbegeldversicherung an, welche sie seit dem Wegfall der gesetzlichen Sterbegeldversicherung besonders stark bewerben. Doch ist sie auch empfehlenswert?
Das Problem der Sterbegeldversicherung
Formal ist die Sterbegeldversicherung eine kapitalbildende Lebensversicherung, in der Regel mit kleineren Versicherungssummen zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Und darin liegt auch schon die Krux. Der Verwaltungsaufwand für solche Versicherungen ist praktisch gleich, egal ob der Versicherte einen Vertrag über 10.000 Euro oder 100.000 Euro abschließt. Da die Verwaltungskosten bei kleineren Versicherungssummen jedoch anteilmäßig einen großen Teil ausmachen, bleibt in der Regel keine nennenswerte Verzinsung übrig. Schlimmer noch. Wie verschiedene Tests zeigen, muss der Lebensversicherte noch draufzahlen, da bei langer Laufzeit des Vertrages die zu leistenden Sparbeiträge die Versicherungssumme übersteigen. Spötter meinen deshalb: Eine private Sterbegeldversicherung ist nur etwas für Leute, die bereit sind, gleich zu Beginn der Versicherung aus dem Leben scheiden.
Da viele Menschen sich erst in hohem Alter mit dem eigenen Tod beschäftigen, werden Verträge meist erst spät abgeschlossen. Das verteuert die Lebensversicherung noch einmal zusätzlich. Viele Versicherer bieten im Rahmen der Verträge inzwischen auch Zusatzleistungen. So wird beispielsweise festgelegt, dass im Todesfall nur der Bestatter Zugriff auf das Konto hat, um so sicherzustellen, dass die Gelder auch für die Beerdigung eingesetzt werden. Dies lässt sich jedoch auch über andere Maßnahmen, wie beispielsweise ein Treuhandkonto, erreichen.
Richtig vorsorgen
Wie also richtig vorsorgen für das Begräbnis? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Eine Risikolebensversicherung ist eine gute Alternative, da der Versicherer hier die Summe im Todesfall auszahlt, ohne dass der Versicherte zuvor Sparraten leisten muss, außerdem ist sie als Hinterbliebenenschutz einsetzbar. Wer nun bereits im Seniorenalter ist, für den lohnt sich eine Risikolebensversicherung eventuell nicht mehr, gerade dann, wenn er bereits Krankheiten hat, für die der Versicherer einen Prämienaufschlag kassiert. Eine Alternative dazu sind Sparverträge. In diese kann der Sparer jeden Monat einen bestimmten Betrag einzahlen, um so das nötige Geld für das Begräbnis zurückzulegen. Sogar ein Sparbuch mit magerer Verzinsung lohnt sich noch eher als eine Sterbegeldversicherung.
Fazit
Wer für seine Beerdigung vorsorgen will, sollte den Verlockungen der Versicherer widerstehen und die Finger von der Sterbegeldversicherung lassen. Selbst wenn der Vertrag in jungen Jahren abgeschlossen wird und die Beiträge vergleichsweise niedrig sind, lohnt sich die Versicherung nicht. Besser ist es, das Geld auf anderem Wege anzusparen.


