21.10.2009 - Geldanlage
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Alternative Anlageformen - das Zertifikat

Von Michael Lorenz (ML)

Die Pleite von Lehman Brothers im Jahre 2008 veranschaulicht deutlich, dass jedes Finanzprodukt unerwartet Tücken zeigen kann. Das verunsichert viele Anleger, die auf der Suche nach chancenreichen Anlageformen mit akzeptablem Risiko sind. Ist die Zeit der Zertifikate vorbei?

Die Ausgestaltung des Papiers
Zertifikate sind sozusagen die Zweitverwerter anderer Wertpapiere, aber damit nicht gleichzusetzen Produkten zweiter Wahl. Sie bieten gerade versierten Anlegern sehr gute Renditechancen. Ausgestaltet sind die Papiere wie Schuldverschreibungen oder Anleihen, und damit gibt es ein Problem: Geht der Emittent Pleite, wird es für den Anleger schwierig an das eingesetzte Geld zu kommen, da hier keine Sicherheitsmechanismen wie beim Einlagensicherungsfonds für Bankeinlagen greifen. Auch gehören Zertifikate nicht zum Sondervermögen wie Aktienfonds. Wie auch bei anderen Wertpapieren, fallen beim Erwerb von Zertifikaten auch Gebühren an. Diese sind zwar zum Teil niedriger als bei Investmentfonds, die genaue Kostenstruktur der Papiere ist jedoch meist weniger transparent als bei Fonds.

 
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Zertifikate werden meist an Börsen gehandelt. In Deutschland sind dies vorwiegend die Börsen in Stuttgart (EUWAX) und Frankfurt (Scoach), aber auch in Berlin und Düsseldorf.

Die Zertifikatevarianten: 

Partizipationszertifikat
Hierbei wird die Wertentwicklung eines Indizees, einer Branche (Basketzertifikat) oder von Rohstoffen abgebildet. Außerdem gehören in diese Kategorie auch Trackerzertifikate, die gleichzeitig an Kursverläufen und Dividenden partizipieren.

Discountzertifikate/Garantiezertifikate/Airbagzertifikat
Dies ist ein Risikobegrenzungszertifikat, das vor zu starken Kursrückgängen schützt mit einer Begrenzung des Gewinns nach oben. Bei Garantiezertifikaten gilt zudem für die investierte Summe des Anlegers noch ein Kapitalschutz, allerdings nur bis zur Nennwerthöhe des Zertifikats. Das Airbagzertifikat ist mit einem Puffer gegen Wertverlust versehen, im Gegensatz zu Garantiezertifikaten können bei diesen Papieren allerdings Verluste entstehen, wenn der Geldpuffer bei Kursverlusten verbraucht ist.

Hebel- oder Knock-out-Zertifikate/Sprintzertifikate/Outperformancezertifikate
Dies sind Wertpapiere mit einem angehängten Kredit. Damit ist es möglich, sich mit relativ wenig Geld an den Kursverläufen der Werte zu beteiligen, ohne die Mittel dafür eigentlich zur Verfügung zu haben. Dies wird dann über die Kredite bewerkstelligt, ähnlich wie bei Contract of Difference-Engagements. So kann der Anleger beispielsweise für 20 Euro Papiere mit einem Wert von 5.000 Euro kaufen und partizipiert zu 100 Prozent an der Kursdifferenz, falls der Wert steigt. Über diesen Weg lassen sich sehr hohe Gewinne realisieren. Allerdings ist bei diesen Papieren auch ein Totalverlust möglich. Das Risiko beim Sprintzertifikat ist auf den Basiswert begrenzt, dafür kann der Wert des Papiers nicht über eine bestimmte Obergrenze steigen. Beim Outperformance Zertifikat entfällt der Kreditrahmen, dafür ist der Kapitaleinsatz auch höher, auch hier können Verluste entstehen, wenn der Basiswert unter das Ausgabeniveau fällt.

Alphazertifikate
Hier wird der Kursverlauf von zwei Werten abgebildet, dabei können Gewinne sowohl bei fallenden als auch bei steigenden Kursen entstehen.

Fazit: Zertifikate sind eine Wette auf Kursverläufe. Um mit Zertifikaten wirklich Erfolg zu haben, muss man sich mit den Finanzmärkten intensiv beschäftigen. Aufgrund der Vielzahl von Varianten lassen sich sehr gut unterschiedliche Anlagestrategien verfolgen. Der Vorteil beispielsweise gegenüber Aktien oder Investmentfonds besteht darin, dass der Anleger auch von fallenden Kursen profitieren kann. Gegenüber Fonds besteht noch der besondere Vorteil, dass die Wertentwicklung nicht von Geldmittelzuflüssen abhängig ist, die sich sowohl bei zu starkem als auch bei zu geringem Anlegerinteresse negativ entwickeln können. Der Nachteil von Zertifikaten besteht darin, dass der Anleger bei einer Insolvenz des Emittenten einen Totalverlust erleidet.

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Auf Indizes setzen - Exchange Traded Funds

Auf Indizes setzen - Exchange Traded FundsViele Verbraucher sind inzwischen aufgrund des Finanzcrashs verunsichert und empfinden ein Misstrauen gegenüber Finanzmanagern. Daher rücken immer mehr Produkte in den Fokus, die nicht aktiv von Fondsmanagern betreut werden, sondern passiv in die Börsen investieren. Eine solche Anlageklasse sind Exchanged Traded Funds (ETF). Investierten früher überwiegend institutionelle Anleger Geld in diese Fonds, so stehen sie heute auch Privatleuten offen. Einige Hundert ETFs sind Kleinanlegern inzwischen zugänglich.Auf Indizes setzen - Exchange Traded Funds
 

Auf Dax und Co wetten - Indexzertifikate

Auf Dax und Co wetten - IndexzertifikateWer nicht in einzelne Aktienwerte investieren, sondern lieber breiter streuen will, für den bieten sich bei der Geldanlage Indexzertifikate an. Das Wichtigste: Die Wertentwicklung verläuft meist analog zum Index. Ein totaler Verlust ist damit auch - in der Regel - nicht möglich, exorbitanter Gewinn aber auch nicht.Auf Dax und Co wetten - Indexzertifikate
 

Mit Sicherheit investieren - das Discountzertifikat

Mit Sicherheit investieren - das DiscountzertifikatMit Zertifikaten lassen sich unterschiedliche Anlagestrategien verfolgen. Discountzertifikate sind dabei meist auf defensiv orientierte Anleger ausgerichtet. Viele dieser Derivate sind inzwischen mit einem Sicherheitspuffer gegen Geldverlust ausgestattet. Ein wichtiger Zertifikatetyp dabei sind Discountzertifikate. Sie haben zurzeit einen Anteil von rund 46 % am Zertifikatemarkt und sind damit der am stärksten nachgefragte Zertifikatetyp.Mit Sicherheit investieren - das Discountzertifikat
 

Hebelzertifikate - der Wettschein für Risikofreudige

Hebelzertifikate - der Wettschein für RisikofreudigeTrotz aller Unkenrufe sind Zertifikate grundsätzlich kein schlechtes Investment. Gerade, wer mit relativ wenig Geld am Finanzmarkt reüssieren will, für den lohnt sich auch ein Blick auf diese Anlageklasse. Aufgrund ihrer Struktur sind Zertifikate für Anleger vor allem dann interessant, wenn sich eine Bodenbildung bei den Kursen abzeichnet. Nach wie vor gibt es Unternehmen, die trotz der Finanzkrise gut dastehen.Hebelzertifikate - der Wettschein für Risikofreudige
 
 
 
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