Wärme durch Sonnenenergie
Von Michael Lorenz (ML)Solarwärme wird bei Bundesbürgern immer beliebter. Aufgrund steigender Öl- und Gaspreise nutzen immer mehr Hausbesitzer die Sonnenergie zur Warmwassererzeugung. Die Kollektoren einer Solarwärmeanlage lassen sich problemlos auf jedes Gebäude montieren, und der Staat schießt sogar etwas Geld dazu.
Welche Dächer sind geeignet?
Sonnenergie kann eigentlich fast jeder nutzen. Die Sonnenintensität ist grundsätzlich in allen Regionen Deutschlands stark genug, um ein solares Wärmekraftwerk auf dem Dach zu betreiben. Zudem ist fast jedes Gebäude für eine Monatage geeignet, wichtig ist, dass auf das Dach oder die dafür vorgesehen Fläche kein direkter Schatten fällt. Allerdings: Die Schrägung des Dachs sollte zumindest nach Südost oder Südwest ausgerichtet sein, da sich sonst die Leistung der Anlage um rund 20 Prozent im Vergleich zum optimalen Wert verringern kann.
Gut planen
Anlagen zur Warmwassererzeugung bestehen aus den Kollektoren, die auf dem Dach installiert werden, dem Speicherkessel, dem Solarkreislauf und einer Pump- und Reglerstation. Während man früher die einzelnen Komponenten einzeln kaufen musste, halten Anbieter heute Pakete bereit, die alle Komponenten umfassen. Auch komplette Bausätze zur Selbstmontage gibt es.
Die Anlagen gibt es im Fachhandel sowie bei auf alternative Heizungstechniken spezialisierten Firmen zu kaufen oder können über das Internet bezogen werden. Aber auch einige Baumarktketten oder Discounter haben entsprechende Angebote in ihrem Programm.
Viele Nutzer entscheiden sich zunächst für eine Anlage zur Warmwassererzeugung und sind so davon angetan, dass sie nach einiger Zeit auch ihre Heizung über Sonnenenergie betreiben möchten. Eine Umrüstung der Solaranlage ist dann zwar möglich, aber verhältnismäßig teuer. Günstiger ist es hingegen, sich gleich für ein Kombiprodukt zu entscheiden. Wer vorhat, später auch noch Solarstrom mit Solarmodulen zu erzeugen, sollte sich außerdem von vorneherein Gedanken über eine geschickte Aufteilung der entsprechenden Dach- und Fassadenflächen machen.
Verschiede Kollektorentypen
Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Kollektortypen. Flachkollektoren sind technisch einfacher und somit robuster, was sich aber wiederum nachteilig auf die Effektivität auswirkt. Im Gegensatz dazu erreichen Röhrenkollektoren einen rund 30 Prozent höheren Wirkungsgrad, sind aber auch empfindlicher und kosten fast das Doppelte wie Flachkollektoren. Solaranlagen unterscheiden sich zudem noch durch die Art ihrer Montage. Bei der Aufdachmontage wird die Solaranlage oberhalb der Dacheindeckung auf Montagegestelle montiert, bei der Indachmontage werden die Kollektoren in die Dachfläche versenkt. Die Indachmontage wirkt optisch eleganter, das Dach wie aus einem Guss, allerdings ist sie nur für Neubauten geeignet. Bei bereits bestehenden Gebäuden mit Schrägdächern ist eine Aufdachmontage günstiger, weil dabei nur an wenigen Stellen Ziegel durchbrochen werden müssen.
Kosten und Fördergelder
Wie teuer eine solarthermische Anlage ist, hängt sowohl von der Art der Solarkollektoren als auch von der benötigten Wassermenge ab. Eine Anlage für einen 4-Personen-Haushalt kostet inklusive Montage zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Soll auch die Heizung über die Anlage unterstützt werden, fällt ein Gesamtpreis von 8.500 bis 11.000 Euro an.
Durch eine Warmwasseranlage kann der Haushalt bis zu 60 Prozent Energie einsparen und schont somit die Umwelt in hohem Maße. Unter finanziellem Aspekt lohnt sich die Anlage langfristig betrachtet. So spart die Familie monatlich die entsprechenden Ausgaben für Gas oder Öl und nach ca. 25 Jahren entsprechen die Einsparungen den Kosten. Bei einer Kombianlage kann dieser Zeitpunkt nach rund 15 Jahren erreicht sein. Steigen die Energiepreise weiter, amortisieren sich solche Investitionen jedoch schneller. Zudem gibt es Fördermittel vom Staat: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) zahlt für Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung sowie die solare Heizungsunterstützung Zuschüsse.
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