Kapitallebensversicherung
Von Michael Lorenz (ML)Kapitallebensversicherungen sind der Klassiker der privaten Altersvorsorge. Das Geld der Anleger ist in einer solchen Police sicher angelegt, und aufgrund des Garantiezinses weiß der Versicherte im Vorhinein, wie viel Kapital ihm am Vertragsende mindestens zur Verfügung stehen wird. Aufgrund der hohen Kosten und geringen Verzinsung gehören Kapitallebensversicherungen jedoch nicht gerade zu den lukrativsten Anlageformen. Zudem sind sie nicht für jeden Anleger gleich geeignet.
Eine Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus einem Sparvertrag und einer Todesfallversicherung. Insofern kann der Versicherte auf diese Weise für seine Hinterbliebenen vorsorgen und gleichzeitig etwas für seine Altersvorsorge tun. Legt er keinen Wert auf einen Todesfallabsicherung, ist der konservative Anleger mit dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung besser beraten.
Wie viel Zinsen bringt eine Kapitallebensversicherung?
Wer eine Kapitallebensversicherung abschließt, zahlt über einen langen Zeitraum einen regelmäßigen Beitrag an die Versicherung. Diese deckt damit einesteils das Todesfallrisiko ab. Stirbt der Versicherungsnehmer während der Vertragslaufzeit, wird die gesamte vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Der andere Teil des Beitrags fließt in einen Sparvorgang ein. Der Versicherer legt das Geld gewinnbringend an, und bei Vertragsende erhält der Versicherte den vorher vereinbarten Versicherungsbetrag plus der erzielten Verzinsung und der Überschussbeteiligung.
Mit übermäßigen Renditen dürfen Inhaber von Kapitallebensversicherungen allerdings nicht rechnen. Als Ertrag sichert das Unternehmen lediglich den so genannten Garantiezins zu. Wie viel Rendite zusätzlich aus der Überschussbeteiligung hinzukommt, zeigt sich erst am bei Auszahlung des Vertrags. Der Garantiezins beträgt zur Zeit 2,25 Prozent, wer insgesamt bei seinen Gesamtzinsen eine vier vor dem Komma erreicht, kann sich schon freuen.
Vergleichen ist wichtig
Möchte ein Anleger eine Kapitallebensversicherung abschließen, sollte er Angebote verschiedener Versicherer einholen und vergleichen. Hier heißt es, genau hinzuschauen, denn die Kosten und Gebühren, welche die Unternehmen erheben, können sich enorm unterscheiden. Die Rendite von Verträgen teurer Anbieter kann im Vergleich zu der von günstigen um einiges geringer sein.
Außerdem sollte sich der Anleger darüber im Klaren sein, dass er sich mit dem Abschluss einer Kapitallebensversicherung über eine lange Zeit bindet. Zwar kann er die Police kündigen, wenn er seine Beiträge nicht mehr aufbringen kann oder lieber auf eine andere Anlageform umsteigen möchte. Da die Assekuranz jedoch die vorgesehenen Erträge des Schlussgewinns einbehält und außerdem Stornogebühren erhebt, muss er dann jedoch hohe Verluste in Kauf nehmen.
Lebensversicherung steuerlich wieder attraktiver
Kapitallebensversicherungen unterliegen ebenso wie private Rentenversicherungen auch ab 2009 nicht der Abgeltungssteuer. Somit werden Lebensversicherungen, unter steuerlichen Aspekten, als Anlageform wieder attraktiver.
Seit 2005 werden Auszahlungen von Lebensversicherungen nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert, vorausgesetzt die Police hat eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren erreicht und der Versicherungsnehmer hat das 60. Lebensjahr vollendet. Der Versicherte muss dann 50 Prozent des erwirtschafteten Ertrags - die Differenz von Auszahlungssumme und eingezahlten Beiträgen - mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Damit ist die Steuerlast, selbst beim Spitzensteuersatz von derzeit 45 Prozent, geringer als wenn auf die Police die Abgeltungssteuer anfallen würde. Zahlt der Versicherte weniger als den Spitzensteuersatz, was im Alter auf die Mehrheit der Steuerzahler zutrifft, ist der Unterschied noch größer. Allerdings kann die einmalige Auszahlung zu einem bestimmten Zeitpunkt den Steuersatz aufgrund der Progression in die Höhe treiben, so dass der Vorteil doch eher gering ausfällt. AltersvorsorgeKapitallebensversicherung


